„Mama lernt Deutsch“

Der Einbecker Präventionsförderverein FIPS e. V. hat im Jahre 2012 sein bereits in der Vergangenheit mehrfach durchgeführtes Projekt „Mama lernt Deutsch“ wieder aufleben lassen, nachdem seitens verschiedener Schulen der entsprechende Bedarf signalisiert worden war. Die Maßnahme richtet sich insbesondere an Mütter mit Migrationshintergrund. Es lassen sich weiterhin Beobachtungen dahin gehend machen, dass bspw. zu Elternabenden die Mütter in Begleitung der Kinder erscheinen, weil sie selbst nicht verstehen, was dort gesprochen wird. Es ist bekannt, dass Frauen in Familien mit Migrationshintergrund oft die Sprache des Gastlandes nur unzureichend oder gar nicht erlernen, was begründet ist in ihrer Rolle innerhalb der Herkunftskultur. Ohne Spracherwerb kann ein Gastland aber nicht zu einer Heimat werden. Ebenfalls tradiert sind die Frauen meist für die Erziehung der Kinder verantwortlich, können ihnen aber nicht das notwendige Wissen des regionalen Umfeldes vermitteln. Hier setzt die Sprachfördermaßnahme „Mama lernt Deutsch“ an, um Frauen mit Migrationshintergrund alltagspraktische Sprachkenntnisse zu vermitteln, die sie befähigen, ihren Alltag aktiv zu gestalten und ihre Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten. Spracherwerb und der Mut zu interkulturellem Kontakt bedingen sich gegenseitig – nur mittels dieser beiden Faktoren kann Integration gelingen.

Zwischenzeitlich hat sich der Teilnehmerkreis auch auf männliche Personen ausgeweitet, so dass wir die Maßnahme allgemeiner als „Sprachförderung zur Integration“ titulierten. Auf Grund von Zuweisungen durch Schulen, der Schulsozialarbeit und auch durch die erfolgende Mundpropaganda wuchs die Anzahl der Teilnehmer, die regelmäßig die Möglichkeit des Spracherwerbs nutzen, stetig an.

Die Maßnahme wird von zwei Honorarkräften durchgeführt, um ggf. auch die Lerngruppe zu teilen und so unterschiedlichen Wissensständen Rechnung zu tragen und methodisch-didaktisch stärker zielorientiert arbeiten zu können. Als Lernort hat die Stadt Einbeck dankenswerterweise eine Wohnung in der Liegnitzer Straße zur Verfügung gestellt, in der auch andere sozialarbeiterische Angebote stattfinden. Pro Woche finden zwei Unterrichtseinheiten statt. Die Lerngruppe zeigt sich hoch motiviert und arbeitete auch während der Schulferien weiter.

Eine solche Sprachfördermaßnahme kann nur langfristig angelegt werden, um die gewünschten Erfolge zu erzielen, so dass eine Weiterführung der Maßnahme geplant ist.

Hier gibt es den Flyer zum Projekt zu sehen.

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